Aconcagua-Wissen · Anbieter

Welcher Anbieter für den Aconcagua?

Lokale Veranstalter in Mendoza, deutschsprachige Bergschulen, internationale Expeditionsanbieter – der Markt ist unübersichtlich. Hier ist der Überblick, den ich vor meiner Expedition gern gehabt hätte.

Vorweg, damit du meine Perspektive einordnen kannst: Ich bin im Januar 2024 mit Acomara (Aconcagua Expeditions) gegangen, einem lokalen Anbieter aus Mendoza – geführte Expedition über die Normalroute, inklusive Leihequipment. Ich war zufrieden: solide Organisation, erfahrene argentinische Guides, eigene Infrastruktur bis in die Hochlager. Sechs von zwölf aus unserer Gruppe standen am Gipfel – und dass es nicht mehr waren, lag am Berg, nicht am Anbieter.

Diese Übersicht ist unabhängig, unbezahlt und ohne Kooperationen entstanden. Alle Angaben stammen von den Websites der Anbieter (Stand: September 2026); Preise sind Circa-Werte und ändern sich jede Saison. Jeder gelistete Anbieter wurde darauf geprüft, dass er aktuell aktiv ist und Termine für die kommenden Saisons anbietet.

Die Grundsatzfrage: lokal buchen oder über einen Veranstalter von zu Hause?

Es gibt zwei Wege auf den Aconcagua, und der Preisunterschied ist erheblich. Lokale Anbieter aus Mendoza sind meist deutlich günstiger (geführte Expeditionen ab rund 5.000–6.500 USD), stellen die komplette Infrastruktur am Berg selbst und kennen den Berg wie niemand sonst – dafür organisierst du Flüge, Versicherung und Anreise selbst, und die Gruppen sind international (Expeditionssprache Englisch/Spanisch). Veranstalter aus dem deutschsprachigen Raum und internationale Anbieter nehmen dir die Organisation ab, bieten teils deutschsprachige Führung und westliche Buchungssicherheit – kosten dafür ab etwa 5.500 € aufwärts bis in den fünfstelligen Bereich. Am Berg selbst arbeiten übrigens fast alle mit denselben lokalen Strukturen: Die Camps in Plaza de Mulas und Plaza Argentina gehören den großen Mendoza-Anbietern, und auch internationale Gruppen laufen mit argentinischen Bergführern.

Meine ehrliche Einschätzung: Wer sich zutraut, Flug und Versicherung selbst zu organisieren, bekommt lokal das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer maximale Planungssicherheit, deutschsprachige Betreuung oder ein besonders kurzes Programm will, findet bei den Veranstaltern aus Europa und den USA sein Angebot – zahlt aber spürbar dafür.

Die lokalen Anbieter in Mendoza

AnbieterSeitRoutenPreisniveau (ca.)
Inka Expediciones1990erNormalroute, 360°, Polish Glacierab 6.300 USD geführt; Logistik ab 2.700 USD
Fernando Grajales Expeditions1976Normalroute, 360°, Polish Glacier, Rapid Ascentauf Anfrage
Aconcagua Mountain Guides1980erNormalroute, 360°ca. 6.300 USD
Acomara / Aconcagua Expeditions · mein Anbieter 20241998Normalroute, 360°auf Anfrage

Inka Expediciones ist einer der größten Full-Service-Anbieter am Berg, mit eigenen Speise-Domes, Duschen und Internet in beiden Basislagern. Grajales ist der älteste Anbieter am Aconcagua – Familienunternehmen seit 1976, mit eigenen Camps auf beiden Routen und garantierten Abfahrten. Aconcagua Mountain Guides führt seit über 35 Jahren mit AAGM-zertifizierten argentinischen Bergführern und bietet auch private Expeditionen mit frei wählbaren Terminen. Acomara ist seit 1998 aktiv, hat über 1.000 Expeditionen geführt, eine eigene Unterkunft in Penitentes und eigene Infrastruktur bis in die Hochlager – meine Erfahrung damit steht oben.

Deutschsprachige Veranstalter

AnbieterSitzProgrammPreisniveau (ca.)
DAV Summit ClubMünchenGuanacos-/360°-Traverse, 18–19 Tageab 5.490 €; mit dt. Expeditionsbergführer ca. 7.495 €
Furtenbach AdventuresInnsbruck„Flash"-Expedition (14 Tage, Hypoxie-Vorakklimatisierung)ca. 15.990 €
KP mountaineering guides (ehem. Kobler & Partner)Bern360° Express, ca. 20 Tageauf Anfrage

Der DAV Summit Club ist die Bergsteigerschule des Deutschen Alpenvereins und für viele der naheliegendste deutschsprachige Weg auf den Berg (die frühere Marke AMICAL alpin ist inzwischen hier aufgegangen). Furtenbach Adventures spielt in einer eigenen Liga: Durch vierwöchige Hypoxie-Vorakklimatisierung im Höhenzelt zu Hause schrumpft die Expedition auf zwei Wochen – Premium-Konzept, Premium-Preis. KP mountaineering guides ist der traditionsreiche Schweizer Expeditionsveranstalter mit engem Betreuungsschlüssel.

Internationale Veranstalter

AnbieterSitzRoutenPreisniveau (ca.)
Alpine Ascents InternationalSeattle, USANormalroute, 360°, Speed Ascent7.100–7.500 USD
Aventuras PatagónicasBoulder, USANormalroute, Ameghino, Polish Glacier, O₂-Programme6.800–8.500 USD
Adventure ConsultantsWānaka, NZ360° Classic, Fast Track8.650–15.750 USD
International Mountain GuidesAshford, USA360°ca. 9.800 USD
Mountain MadnessSeattle, USAPolish Traverseca. 9.750 USD
Jagged GlobeSheffield, UKNormalroute (sehr lange Akklimatisierung)7.900–8.400 GBP
SummitClimbUK/USANormalrouteca. 7.450 USD
Madison MountaineeringSeattle, USATraverse (Vacas–Horcones)ca. 9.950 USD
RMI ExpeditionsWashington, USAGuanacos-Variante, 23 Tageca. 9.800 USD
Climbing the Seven Summitsinternational/Mendoza360°, Polish Traverse, Speed Ascentab 9.495 USD
Mountain TripTelluride, USAAmeghino-Traverse, Quick-Ascent-Optionauf Anfrage

Worauf du bei der Wahl achten solltest

Ein paar Dinge, die ich erst am Berg wirklich verstanden habe: Gipfelquoten sind Marketing. Ob eine Gruppe oben ankommt, entscheiden Wetterfenster und Akklimatisierung – vergleiche lieber, wie viele Puffertage ein Programm hat und wie flexibel der Anbieter mit dem Wetter umgeht. Der Betreuungsschlüssel zählt: 1 Guide auf 3–4 Teilnehmer ist gut, mehr als 1:6 wird auf dem Gipfeltag eng. Lies das Kleingedruckte bei den Leistungen: Das Permit (zur Saison 2025/26 offiziell 1.170–2.000 USD je nach Route – über einen registrierten lokalen Anbieter gebucht offiziell günstiger) ist praktisch nie im Preis enthalten, Porter für die Hochlager, warme Duschen und Einzelzelte kosten fast überall extra. Leihequipment einkalkulieren: Double Boots, Expeditionsdaune und -schlafsack kannst du bei den meisten lokalen Anbietern mieten – vorher reservieren, nicht erst in Mendoza. Und in jedem Fall brauchst du eine Spezialversicherung, die Bergungen oberhalb von 6.000 Metern abdeckt – Details dazu stehen im Kosten-Artikel.

Was eine Expedition insgesamt kostet – inklusive Permit, Versicherung, Flügen und den Extras, über die vorher niemand spricht – habe ich im Artikel „Was kostet der Aconcagua wirklich?" aufgeschlüsselt.
Buchcover: Der steinerne Wächter von Raphael Mielke

Wie sich so eine Expedition wirklich anfühlt

Drei Wochen mit einem dieser Anbieter am Berg – ehrlich erzählt in „Der steinerne Wächter". #1 Amazon-Bestseller (Reisen nach Argentinien).

Jetzt auf Amazon kaufen

Weiterlesen: Was kostet die Expedition? · Die Normalroute im Detail · Die Packliste

← Zum großen Aconcagua Q&A