Die großen Blöcke
Meine geführte Expedition kostete 5.800 € – inklusive Leihequipment, also Schlafsack, Parka, Double Boots und Mittens. Wer die Ausrüstung selbst kauft, verlagert die Kosten nur: Allein diese vier Posten kommen neu schnell auf mehrere Tausend Euro.
Ein Blick auf die Preislogik der Veranstalter lohnt sich: Der Listenpreis meiner Expedition lag bei rund 5.400 USD, der Frühbucherpreis einige Monate vorher bei etwa 4.200 USD – über 20 Prozent Unterschied für dieselbe Leistung. Reserviert wird meist mit einer kleinen Anzahlung (bei mir ~500 USD), der Rest ist typischerweise 90 Tage vor Abreise fällig – und Aktionspreise gelten oft nur bei Zahlung per Banküberweisung. Früh buchen ist am Aconcagua der einfachste Spartipp überhaupt.
Das Permit: der unterschätzte Pflichtposten
Das Permit für den Nationalpark ist bei praktisch keinem Veranstalter im Preis enthalten und wird nach Saison und Route gestaffelt. Zu meiner Saison 2023/24 sah das so aus:
| Saison | Normalroute | 360 Polish |
|---|---|---|
| Nebensaison (bis 14.12. / ab 1.2.) | 600 USD | 730 USD |
| Hauptsaison (15.12.–31.1.) | 800 USD | 950 USD |
Ich war in der Hauptsaison unterwegs und habe die vollen 800 USD gezahlt. Die Preise werden jährlich neu festgelegt und sind seitdem eher gestiegen – vor der Buchung aktuell prüfen.
Die Versicherung: mein teuerster Beinahe-Fehler
Der Nationalpark verlangt eine Versicherung, die Bergungen bis 7.000 Meter inklusive Helikopter abdeckt – nachzuweisen mit einer Police auf Englisch oder Spanisch. Meine normale Auslandskrankenversicherung deckte genau das nicht, was ich erst kurz vor Abreise erfuhr; ich musste in letzter Minute zu einem Spezialanbieter wechseln (rund 650 €). Die Lehre: Versicherungsfrage vor der Buchung klären, nicht danach – und die englischsprachige Police griffbereit haben.
Zahlungswege und Bargeld
Zwei Dinge, die mir vorher niemand gesagt hat: Internationale Zahlungen an argentinische Veranstalter laufen oft über Wege mit spürbaren Gebühren (bei mir 30–40 USD pro Überweisung) – das läppert sich bei Anzahlung, Restzahlung und Permit. Und in Argentinien selbst gilt: US-Dollar in bar mitnehmen. Geldautomaten geben nur kleine Mengen Pesos zu schlechtem Kurs aus, Kartenzahlungen haben happige Aufschläge – Extras am Berg werden praktisch immer in USD-Cash bezahlt.
Die unterschätzten Extras
Am Berg wird vieles einzeln bezahlt: Eine warme Dusche im Basecamp kostet etwa 50 €, WLAN-Pakete sind teuer und funktionieren ohne Garantie, und wer Porter für alle Etappen in die Hochlager will, zahlt happige Aufpreise. Ich habe mein Gepäck – bis zu 20 Kilo – fast komplett selbst getragen und mir nur für die Etappe von Camp 1 nach Camp 2 einen Porter genommen.
Die realistische Gesamtsumme
| Posten | Kosten (Stand 2023/24) |
|---|---|
| Geführte Expedition inkl. Leihequipment | 5.800 € (Frühbucher deutlich günstiger) |
| Nationalpark-Permit (Hauptsaison, Normalroute) | 800 USD |
| Spezialversicherung (Bergung über 6.000 m) | ca. 650 € |
| Flüge nach Mendoza, Hotels, Verpflegung | je nach Buchung |
| Extras, Bargeldreserve, Zahlungsgebühren | einige Hundert € |
| Realistisches Gesamtbudget | 8.000–10.000 € |
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