Aconcagua-Wissen · Ausrüstung

Die Packliste für den Gipfeltag

Fünfzehn Stunden, minus 25 Grad beim Start, Wind bis 80 km/h in der Traverse – der Gipfeltag verzeiht keine Ausrüstungsfehler. Das hier hatte ich an und dabei, und es hat funktioniert.

Vor der Abreise: kaufen, mieten, reservieren

Die wichtigste Lektion vorab: Lass dich beim Schuhkauf nicht vom Sportgeschäft beraten, sondern vom Veranstalter. Mir wurde im Laden ein hochwertiger Expeditionsschuh (La Sportiva Nepal Evo GTX) als höhentauglich verkauft – „den nehmen die Leute über 6.000 Meter". Die Antwort meines Veranstalters war eindeutig: sehr gute Schuhe, aber für den Aconcagua nicht genug. Es müssen echte Double Boots sein. Diese Rückfrage vor dem Kauf hat mich vor einer teuren Fehlinvestition bewahrt.

Die großen Posten – Double Boots, Parka, Expeditionsschlafsack, Mittens – muss man nicht kaufen: Bei den meisten Veranstaltern lassen sie sich mieten, bei meinem war das Leihequipment sogar im Paket enthalten. Wichtig: Mietausrüstung rund 30 Tage vor Abreise reservieren, sonst riskiert man, dass die passende Größe weg ist. Beim Schlafsack die Körpergröße angeben.

Zur Gepäck-Logistik, direkt aus meinen Fragen an den Veranstalter: Ein 100-Liter-Rucksack passt in den 150-Liter-Duffel für den Flug; die meisten geben ein Gepäckstück auf und nehmen den Daypack als Handgepäck. Der Daypack-Test: Passt alles hinein, was du an einem Klettertag trägst – Verpflegung, Flaschen, Thermoskanne, Windjacke, Schichten, Handschuhe, Brille, Sonnencreme? Dann reicht er (meine 30 Liter haben funktioniert). Und: Powerbanks lassen sich nur im Basecamp laden, in den Hochlagern nicht – Kapazität entsprechend planen.

Am Körper: das Schichtenprinzip

Im 30-Liter-Rucksack

Der Trick, der sich am meisten bewährt hat: Rettungsdecken vorab zerschneiden und die Stücke als zusätzliche Isolierung in die Schuhe legen, in die Handschuhe stopfen und um die Wasserflaschen wickeln. Kostet fast nichts, wiegt nichts – und macht bei minus 25 Grad einen spürbaren Unterschied.

Fürs Schlafen in den Hochlagern

Schlafsack mit Komforttemperatur bis minus 20 oder 25 Grad, Isomatte – und die Gewohnheit, mit halbem Equipment zu schlafen: Trinkflaschen und Elektronik wandern mit in den Schlafsack, damit nichts gefriert. Ohrstöpsel sind keine Empfehlung, sondern Pflicht: Der Wind am Zelt klingt auf 5.500 Metern wie ein Güterzug.

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