Vor der Abreise: kaufen, mieten, reservieren
Die wichtigste Lektion vorab: Lass dich beim Schuhkauf nicht vom Sportgeschäft beraten, sondern vom Veranstalter. Mir wurde im Laden ein hochwertiger Expeditionsschuh (La Sportiva Nepal Evo GTX) als höhentauglich verkauft – „den nehmen die Leute über 6.000 Meter". Die Antwort meines Veranstalters war eindeutig: sehr gute Schuhe, aber für den Aconcagua nicht genug. Es müssen echte Double Boots sein. Diese Rückfrage vor dem Kauf hat mich vor einer teuren Fehlinvestition bewahrt.
Die großen Posten – Double Boots, Parka, Expeditionsschlafsack, Mittens – muss man nicht kaufen: Bei den meisten Veranstaltern lassen sie sich mieten, bei meinem war das Leihequipment sogar im Paket enthalten. Wichtig: Mietausrüstung rund 30 Tage vor Abreise reservieren, sonst riskiert man, dass die passende Größe weg ist. Beim Schlafsack die Körpergröße angeben.
Zur Gepäck-Logistik, direkt aus meinen Fragen an den Veranstalter: Ein 100-Liter-Rucksack passt in den 150-Liter-Duffel für den Flug; die meisten geben ein Gepäckstück auf und nehmen den Daypack als Handgepäck. Der Daypack-Test: Passt alles hinein, was du an einem Klettertag trägst – Verpflegung, Flaschen, Thermoskanne, Windjacke, Schichten, Handschuhe, Brille, Sonnencreme? Dann reicht er (meine 30 Liter haben funktioniert). Und: Powerbanks lassen sich nur im Basecamp laden, in den Hochlagern nicht – Kapazität entsprechend planen.
Am Körper: das Schichtenprinzip
- Füße: Double Boots, Steigeisen, Merinosocken, zwei Fußwärmer
- Hände: dünne Liner-Handschuhe, Mittens, Handwärmer
- Beine: Skiunterwäsche, warme Trekkinghose, Gore-Tex-Hose
- Oberkörper: Skiunterwäsche, langärmliges Funktionsshirt, Fleece, Hardshell, Parka – die Daunenjacke als Reserve im Rucksack
- Kopf: Stirnlampe, Skibrille, Balaclava, zwei Buffs, Mütze, Ohrstöpsel
Im 30-Liter-Rucksack
- Eine komplette Rettungsdecke, Erste-Hilfe-Set, Imodium, Aspirin, Elektrolyte
- Ein Liter Tee, zwei Liter Wasser – und eine halbe Flasche Cola: Zucker, Koffein und Moral in einer Flasche
- Snacks, Helm, Stöcke, Eispickel
- Handy und Garmin inReach (ab dem Parkeingang gibt es keinen Empfang mehr)
- Taschentücher, Ersatzsocken zum Warmhalten der Getränke, Labello, Sonnencreme
Fürs Schlafen in den Hochlagern
Schlafsack mit Komforttemperatur bis minus 20 oder 25 Grad, Isomatte – und die Gewohnheit, mit halbem Equipment zu schlafen: Trinkflaschen und Elektronik wandern mit in den Schlafsack, damit nichts gefriert. Ohrstöpsel sind keine Empfehlung, sondern Pflicht: Der Wind am Zelt klingt auf 5.500 Metern wie ein Güterzug.
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